-
21.07.2018
- → Feuilleton
Glückliche Feinde
Italiens Innenminister Matteo Salvini hat den Anti-Maffia-Aktivisten und Autor Roberto Saviano wegen Verleumdung verklagt. Das erklärte er Donnerstag abend auf Twitter: »Ich akzeptiere jede Kritik, aber ich erlaube niemandem zu sagen, dass ich der Mafia helfe«. Saviano, der seit der Veröffentlichung seines Buches »Gomorrha« im Jahr 2006 unter Polizeischutz steht, hatte den rechten Salvini wiederholt wegen seiner ausländerfeindlichen Politik kritisiert. Als der Minister im Juni ankündigte, den Polizeischutz für Saviano überprüfen zu lassen, kritisierte der Autor die »widerliche« Atmosphäre in Italien: »Statt gegen die Mafia vorzugehen, droht Innenminister Matteo Salvini denen, die von ihr erzählen, sie zum Schweigen zu bringen.« In einem Video bezeichnete Saviano Salvini zudem als »Idioten« und sagte, er sei »glücklich« darüber, »einer seiner Feinde« zu sein. (AFP/jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!