Zum Inhalt der Seite
Philosophie

Und Ende?

Der französische Philosoph Étienne Balibar hat am Freitag im Bremer Rathaus den Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken entgegengenommen. Er pflege »in seinen Büchern und im öffentlichen Auftreten ein intervenierendes Denken« in der Tradition der Namenspatronin, erklärte die Juryvorsitzende Antonia Grunenberg. Balibar studierte an der École normale supérieure, war Mitarbeiter von Louis Althusser und lehrte bis 2002 Philosophie an der Universität Paris-Nanterre. Nach gut gemeinten Publikationen zu Grundlagen des Marxismus schrieb er zuletzt viel über die EU (»Europa: Krise und Ende?«, Westfälisches Dampfboot 2016). An unserer liberalen Demokratie stört ihn vor allem, dass politische Fragen nicht zu Ende gedacht werden. Flüchtlinge etwa sollten viel mehr als Rechtssubjekte gesehen werden, weniger als solche der Fürsorge. Der Arendt-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird seit 1995 von der Stadt Bremen und der Böll-Stiftung verliehen. (dpa/jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 02.12.2017, Seite 11, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!