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Oper

A und O tot

Regisseur Peter Konwitsch­ny hat die Lage an den deutschen Opernhäusern anhand zweier Beispiele auf den Punkt gebracht: »In München ist tote Hose, und in Hamburg ist tote Hose. Tote Hose ist, was keine Impulse schafft, keine Widersprüche liefert«, sagte Konwitschny vor der Premiere seiner Inszenierung der Oper »Medea« von Luigi Cherubini an diesem Sonntag in Stuttgart. »Der Widerspruch ist nun einmal das A und O des Lebens.« Er selbst wolle »keinen Klimbim, keine schönen Kostüme, schöne Tönchen« auf die Bühne bringen, sondern eine Botschaft vermitteln. Im aktuellen Fall die Notwendigkeit einer Gesellschaft, die »großartige Frauen« wie Medea integrieren statt liquidieren würde – in Sicht sei das nicht. Dazu passt sein Eindruck vom Nachwuchs (Konwitschny bildet auch Studenten aus): »Sie lernen mehr, sich zu verkaufen, als die Stücke zu analysieren.« (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 02.12.2017, Seite 11, Feuilleton

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