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Anno … 17. Woche

1707, 29. April: Das englische Parlament nimmt den sogenannten Act of Union (Vereinigungsgesetz) an. Damit entsteht das Königreich Großbritannien. Die seit 1603 existierende Personalunion zwischen den beiden Königreichen England und Schottland wird so auch staatlich vollzogen. Zuvor war bereits Wales der Krone angegliedert worden. Das Königreich besteht bis 1801, als es, um Irland erweitert, zum Vereinigten Königreich Großbritannien und Irland wird.

1917, 27. April: Südlich von Halle a. S. nehmen die Leunawerke ihre Produktion auf. Das im Kontext der verschärften Kriegspolitik im Ersten Weltkrieg von BASF gegründete Ammoniakwerk Merseburg wird ab 1926, nunmehr der IG Farben zugehörig, zu einem Hydrierwerk umgebaut, das aus Kohle Flüssigkraftstoff herstellen soll. Dem »deutschen Benzin« kommt in den Kriegsplänen der Nazis aufgrund der deutschen Rohstoffknappheit große Bedeutung zu. Nach dem Ende des Faschismus werden die Leunawerke 1954 in Volkseigentum überführt. Unter dem Namen VEB Leuna-Werke »Walter Ulbricht« bilden sie den größten Chemiebetrieb der DDR.

1937, 26. April: Bei einem dreieinhalbstündigen Luftangriff zerstört die deutsche »Legion Condor«, die die Franquisten im Krieg gegen die gewählte republikanische Regierung militärisch unterstützt, die baskische Stadt Guernica nahezu vollständig. Der Angriff sorgt weltweit für Empörung. Die franquistische Propaganda behauptet, »die Roten« hätten die Stadt selbst in Brand gesteckt. Bis zum Ende der Franco-Diktatur 1976 darf in der Öffentlichkeit nichts Gegenteiliges behauptet werden.

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1942, 24. April: Im Deutschen Reich tritt ein Verbot der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel für Juden in Kraft. Bereits zuvor hatten zahlreiche Städte eigene diskriminierende Verordnungen geschaffen. Ausgenommen von dem Verbot sind Zwangsarbeiter, deren Arbeitsplatz mehr als sieben Kilometer vom Wohnort entfernt ist. Ihnen wird allerdings das Sitzen in Straßenbahnen und Zügen untersagt.

1977, 28. April: Der zweite Strafsenat des Oberlandesgerichts Stuttgart spricht das Urteil im sogenannten Stammheim-Prozess gegen die RAF-Mitglieder Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe. Die drei Angeklagten werden zu lebenslanger Haft verurteilt. Für den umstrittenen Prozess gegen die »Baader-Meinhof-Bande« wurde auf dem Gelände der JVA Stammheim eigens eine Mehrzweckhalle errichtet.

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Erschienen in der Ausgabe vom 22.04.2017, Seite 15, Geschichte

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