Zum Inhalt der Seite
Preis für Asli Erdogan

Seien wir ehrlich

Die türkische Schriftstellerin Asli Erdogan erhält den österreichischen Bruno-Kreisky-Menschenrechtspreis, wie die zuständige Stiftung am Dienstag mitteilte. Der 49jährigen, die Ende Dezember nach viereinhalb Monaten aus der Untersuchungshaft entlassen wurde, droht eine lebenslange Gefängnisstrafe. Ihr wird unter anderem die Mitgliedschaft in der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK vorgeworfen. Mitte März geht der Prozess gegen sie weiter. In einem Telefonat mit der Süddeutschen (Montagausgabe) erklärte Erdogan, ihre Heimat verlassen zu wollen. »Ich kann mit diesem abgründigen Hass nicht mehr umgehen«, wurde sie zitiert. »Und unabhängig davon, seien wir ehrlich: Wer braucht hier noch so etwas wie Literatur?!« (dpa/jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 11.01.2017, Seite 11, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!