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00 Schneyder greift ein

Das Thema Islam wäre eine gute Gelegenheit, die befreiende Wirkung des Atheismus zu preisen, weil Religionen allgemein verdummend und verrohend wirken. Lieber aber erledigen viele Linksliberale die Geschäfte ihrer politischen Gegner und stürzen sich gratismutig auf die sogenannte Islamkritik, um die »Kosten der Freiheit«, wie es die Marxistische Gruppe früher ausdrückte, koste, was es wolle, zu verteidigen.

Nun hat sich der österreichische Kabarettist und frühere Sportkommentator Werner Schneyder gegenüber dpa zu Wort gemeldet: Er sieht angesichts des Terrors im Namen des Islam schwere Versäumnisse von dessen Geistlichkeit. »Mir fehlt die Distanzierung islamischer Geistlicher zu den Motiven der Anschläge«, sagte der 79jährige. De jure handle es sich beim Islam um eine Religion, die die Weltherrschaft anstrebe. Hier sei Toleranz absolut fehl am Platze. »Wie kann ich es zulassen, dass mich jemand als ›ungläubig‹ bezeichnet, wenn seine Religion die Ausrottung der Ungläubigen befiehlt?« Für das nach wie vor erzkatholische Österreich ist ihm allerdings etwas Bedenkenswertes eingefallen: »Die positive Einschätzung von Thomas Bernhard ist ein literarischer Irrtum, der auf einer gewissen Magie des Faschistoiden beruht«. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 23.12.2016, Seite 11, Feuilleton

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