-
29.09.2016
- → Medien
Deutsche Welle verklagt türkisches Ministerium
Bonn. Im Streit um ein Interview der Deutschen Welle mit dem türkischen Sportminister Akif Kilic hat der Sender das zuständige Ministerium verklagt. Die Deutsche Welle erklärte am Montag, sie habe beim Zivilgericht in Ankara Klage auf Herausgabe des Videomaterials eingereicht. Der Journalist Michel Friedman hatte Anfang September Kilic unter anderem zu dem vereitelten Militärputsch befragt, der Minister ließ das Material allerdings beschlagnahmen.
Das türkische Ministerium für Jugend und Sport ignorierte nach Angaben der Deutschen Welle mehrere Fristen des Senders für eine Rückgabe der Aufzeichnungen. Daher wurde nun Klage eingereicht. Der Intendant des Senders, Peter Limbourg, kritisierte die türkischen Behörden. Der Vorgang habe »mit Rechtsstaatlichkeit und Demokratie nichts mehr zu tun«. »Wir fordern die türkische Seite nun auf dem Rechtsweg zur unverzüglichen Herausgabe unseres Videomaterials auf«, erklärte er. (AFP/jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!