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Ludwigs »Odium«

In Bayern wird es vorerst kein Volksbegehren zur Feststellung der Todesursache von König Ludwig II. geben. Nach dem erneuten Nein der ehemaligen Königsfamilie Wittelsbach für eine Autopsie der Leiche hat der Berliner Geschichtsforscher Peter Glowasz sein Vorhaben aufgegeben. Er bleibt aber dabei, dass die genauen Todesumstände geklärt werden müssten. »Die Überprüfung des Leichnams ist überfällig«, sagte Glowasz am Montag. Ludwig II. starb am 13. Juni 1886 im Starnberger See – vor 130 Jahren. Nach der regierungsamtlichen Version ertränkte er zuvor in geistiger Umnachtung seinen Leibarzt Bernhard von Gudden. Die Wittelsbacher weisen seit Jahrzehnten alle Forderungen zurück, den Sarg öffnen zu lassen – »aus Pietätsgründen«. Glowasz will herausfinden, ob die offizielle Version des Ertrinkungstodes von Ludwig II. zutrifft oder der glücklose Monarch auf seiner Flucht erschossen wurde. »Da seit vielen Jahren zahlreiche Indizien für ein Verbrechen an König Ludwig II. sprechen, müsste es oberste Aufgabe sein, dafür zu sorgen, dass der König vom Odium, ein Mörder und Selbstmörder zu sein, befreit wird«, so der 79jährige. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 14.06.2016, Seite 11, Feuilleton

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