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10.03.2016
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Ehrenmedaille für Kriegsverbrecher
Engelsbrand. Wegen der Verleihung einer Ehrenmedaille an einen verurteilten Kriegsverbrecher hat der Ort Engelsbrand im Nordschwarzwald Empörung ausgelöst. Die gut 4.000 Einwohner zählende Gemeinde habe bei der Ehrung für soziale Verdienste im Vereinsleben vor einem Jahr nicht gewusst, dass ein italienisches Gericht den 94jährigen wegen der Beteiligung an einem Massaker der Nazis 1944 in Marzabotto zu lebenslanger Haft verurteilt habe, sagte Bürgermeister Bastian Rosenau am Mittwoch. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart teilte mit, dass gegen den früheren SS-Unterscharführer seit 2013 ein Strafverfahren wegen Mordes laufe. Die Ermittlungen sollen vor dem Sommer abgeschlossen werden. Der Bürgermeister von Engelsbrand im Enzkreis will nun den Gemeinderat zusammenrufen, um über eine Aberkennung der Medaille zu entscheiden. Italienische Medien befänden sich inzwischen in dem Ort, um auf Rücknahme der Auszeichnung zu drängen. Protestiert gegen die Ehrung für einen Kriegsverbrecher hatte zudem die deutsch-italienische Parlamentariergruppe. (dpa/jW)
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