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Das Lager ist voll

Die DDR-Bibliothek des früheren »Tatort«-Kommissars Peter Sodann braucht mehr Platz. »Das Lager ist voll«, sagte der 79jährige in Staucha südwestlich von Riesa (Sachsen), wo er die Scheune eines ehemaligen Rittergutes ausgebaut hat, gegenüber dpa. Ein zweites Lager im nordsächsischen Oschatz wurde ihm gekündigt. Für Hunderte Paletten mit je 35 Bananenkisten voller Bücher sucht er nun dringend weitere 500 Quadratmeter Lagerfläche in der Nähe. »Zur Not würden 300 reichen«, sagt der Schauspieler, Regisseur und langjährige Theaterintendant. Seit 1989 bewahrt er Bücher aus der DDR vor der Entsorgung. Der Bestand ist auf rund vier Millionen Exemplare angewachsen – vom Kinderbuch bis zum Klassiker. Finanziert wird die Bibliothek aus Spenden sowie Erlösen von Buchverkäufen und Veranstaltungen. Das Lager bietet Raum für Veranstaltungen, ist aber nicht beheizbar und deshalb im Winter geschlossen. »Am 21. März machen wir wieder auf«, sagt Sodann, der noch immer regelmäßig Kisten geliefert bekommt. »Viele Ältere, die noch in der DDR gelebt haben, sterben und vererben ihre Bücher.« Kinder und Enkel könnten damit oft wenig anfangen und brächten sie vorbei. Mit der Katalogisierung und Bewahrung beweise er: »Die Vergangenheit kann nicht einfach weggewischt werden. Die Bibliothek habe viele Förderer, auch im Westen. Allerdings seien das »ältere Menschen, keine jungen«. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 25.01.2016, Seite 11, Feuilleton

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