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In und aus Köln

Den Karnevalisten aller Fraktionen gönne ich jeden ernsthaften Ärger an den Hals, den selbst sie mit ihrem vor sich hergetragenen Jeckentum nicht mehr abweisen können; wie gnadenvoll von Ausländern, die erst herkommen müssen, um eine jahrzehntelang ausgeübte und geduldete Praxis zu skandalisieren. Ob das folgende Gedicht »Köln«, geschrieben anlässlich eines Auftritts in der Stadt im Dezember des Jahres 2015, das vom Publikum, wie von mir beabsichtigt, ungemocht blieb, Bestand haben wird, wird sich zeigen:

In Köln ist das ganze Jahr Dauerfeier / man nennt das, Fleisch-göh-weg!, Karne-val. / Aber Clowns isst man hier en gros schon zum Frühstück, / es gibt Brings, BAP, Bläck Föös und die Höhner. / Deren Anhänger sind für Humor noch nicht reif, / Höhner sind kölsche Hühner mit Kitsch. / Sie legen lustig gemeinte Eier /ab im Grinsekopp-Sentimental. / Doch gibt es, den guten Kölnern zum Glück, / Gerd Köster und andere Ohrenverwöhner, / pro bono und nicht nur Baller-Eins Live, / in der Stadt von Willy Milosewitsch. / Der Kölner Dom: Ach, schön ist er schon, / der kölsche Kathole liebt ihn und liebt sich. / Deshalb gibt es von ihm bis jetzt eine Million /, vierundzwanzigtausend und dreihundertsiebzig. / Oder dreihundertdreiundsiebzig? / Double Income, No Kids, und das gibt sich.

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Erschienen in der Ausgabe vom 08.01.2016, Seite 10, Feuilleton

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