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Fußball: Der Mann der Nationalspielerin

Teheran. Einer iranischen Sportlerin ist die Reise zur Asienmeisterschaft im Hallenfußball von ihrem Ehemann untersagt worden. Die Nationalspielerin Nilufar Ardalan sollte in der kommenden Woche an den Asienmeisterschaften im Frauen-Futsal in Malaysia teilnehmen. Aber ihr Ehemann, ein Sportjournalist, habe ihr die Ausreise verboten, berichtete die Tageszeitung 7Sobh am Montag.

Im Iran können verheiratete Frauen ohne die notarielle Erlaubnis ihrer Ehemänner keinen Reisepass beantragen. Auch nach Ausstellung des Dokuments kann der Mann die Ausreise noch verbieten. Laut 7Sobh hat der Ehemann seine Entscheidung damit begründet, dass der gemeinsame Sohn in diesem Jahr eingeschult wird und seine Mutter brauche.

»Ich wollte für den sportlichen Erfolg meines Landes zu den Spielen, nicht, um mich zu amüsieren«, sagte Ardalan. Sie kritisierte das iranische Rechtssystem, das nicht einmal Nationalspielerinnen eine Recht auf Teilnahme an internationalen Turnieren gewährt. Die Mannschaft brauche sie, nun müsse sie ihre Mitspielerinnen im Stich lassen. (dpa/jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 15.09.2015, Seite 16, Sport

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