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Behördenchaos bei Asylverfahren

Berlin. Fehlende EDV-Schnittstellen in Deutschlands Behörden verursachen bei der Bearbeitung von Asylanträgen immensen bürokratischen Mehraufwand. Das führt nach Recherchen der Nachrichtenagentur dpa dazu, dass je nach Fall Bundespolizei, Staatsanwaltschaften, Bezirksregierungen und Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Personalien der Asylsuchenden jeweils manuell eintippen müssen – pro Person zwei- bis viermal. Die Folge sind ungezählte Arbeitsstunden. »Eine entsprechende Schnittstelle zur elektronischen Datenübermittlung existiert derzeit nicht«, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Anfang des Monats häuften sich beim BAMF 250.000 unbearbeitete Verfahren, sagte damals Behördenpräsident Manfred Schmidt. Der Stau hat zur Folge, dass Asylbewerber viele Monate warten müssen, bis ihr Antrag entschieden ist. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 24.08.2015, Seite 1, Inland

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