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Fußball: Schlechte Verlierer

Frankfurt am Main. Bundestrainer Joachim Löw hat den Kritikern der Bundestrainerin Silvia Neid schlechte Manieren vorgeworfen. Wo? In Bild natürlich. »Was in der Öffentlichkeit vom einen oder anderen Trainerkollegen gesagt wurde, ist einfach mieser Stil – vor allem die Art und Weise«, war der Montagausgabe des Springer-Blattes zu entnehmen. Gemeint waren die Übungsleiter der besten deutschen Frauenklubs. Colin Bell vom Champions-League-Sieger 1. FFC Frankfurt, Ralf Kellermann vom VfL Wolfsburg (Champions-League-Sieger 2014) und Bernd Schröder von Turbine Potsdam hatten Neid im Verlauf der WM-Endrunde in Kanada unter anderem mangelnde taktische Flexibilität vorgeworfen. Neid holte noch vor der Rückreise von der WM zum Gegenschlag aus und erklärte, dass die Spielerinnen zu Beginn der Turniervorbereitung »in einem katastrophalen Zustand« gewesen seien. Dies wiederum fand FFC-Manager und Ligasprecher Siegfried Dietrich »ein bisschen irritierend«, zumal Neid »nach dem Viertelfinalsieg gegen Schweden die Mannschaft für ihre sehr gute Verfassung gelobt« habe. »Deshalb halte ich diese Kritik für sehr undifferenziert. So wirken wir Deutschen jetzt wie schlechte Verlierer.« Turbine-Trainer Bernd Schröder entgegnete: »Der angebliche katastrophale körperliche Zustand trifft auf meine drei Spielerinnen nicht zu.« Neid warf er mangelnde Kritikfähigkeit vor: »Der unter Druck geratene Hund sitzt in der Ecke und fängt an zu bellen.« Nicht gerade die feine englische Art, eher die von Bild. (sid/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 07.07.2015, Seite 16, Sport

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