Zum Inhalt der Seite

Vollidiot Walser

Vor 16 Jahren hat Martin Walser bei Entgegennahme des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels vor einer »Instrumentalisierung des Holocaust« gewarnt und mit Blick auf Auschwitz von einer »Moralkeule« gesprochen. Dem hatte Ignatz Bubis, damals Präsident des Zentralrats der Juden heftig widersprochen und Walser als »geistigen Brandstifter« bezeichnet. Heute bedauert der 87jährige Walser, dass er später ein Versöhnungsangebot von Bubis nicht angenommen habe: »Und ich Vollidiot war so verkrampft, dass ich gesagt habe: nein danke«, sagte Walser dem Sender 3sat auf der Frankfurter Buchmesse. Bubis starb 1999. Walser nahm acht Jahre später an einer Eröffnung zu einer Bubis-Ausstellung in Frankfurt teil. (dpa/jW)

→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 14.10.2014, Seite 11, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!