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Zwei linke Hände

Schriftsteller Lutz Seiler ist wegen mangelnden Talents für Laubsägearbeiten zur Literatur gekommen. Während seiner Zeit bei der Nationalen Volksarmee der DDR habe er mit anderen Soldaten auf der Stube Weihnachtsschmuck aus Sperrholz gesägt. Dabei habe er so viele Sägeblätter zerbrochen, daß er vom Tisch verbannt worden sei, sagte der gebürtige Thüringer der Nachrichtenagentur dpa. »Dann lag ich da im Bett und habe angefangen zu lesen. Es war eigentlich eine Verlegenheit, und ich mußte mich später erst daran gewöhnen, daß es ein Lesen gibt ohne Holzbearbeitungsgeräusche im Hintergrund und ohne diesen feinen Staub, der sich auf die Schleimhäute legt.« Damals habe er das Lesen angefangen, »und das Schreiben war dann gleich mit dabei«. Der 51jährige Lyriker ist für sein Romandebüt »Kruso« für den Deutschen Buchpreis nominiert. (dpa/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 02.10.2014, Seite 12, Feuilleton

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