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Rußland-Milliardär unter Hausarrest

Moskau. Einer der reichsten Rußland-Oligarchen steht wegen des Verdachts auf Geldwäsche für zwei Monate unter Hausarrest. Die Ermittlungsbehörde in Moskau wirft dem Milliardär Wladimir Jewtuschenkow vor, beim Kauf des Ölkonzerns Baschneft in der Teilrepublik Baschkortostan im großen Stil Geld unterschlagen zu haben. Die Aktie von Jewtuschenkows Konzern AFK Sistema, dem Baschneft gehört, brach am Mittwoch um 27 Prozent ein.

Rußlands Superreiche haben ihre Milliarden hauptsächlich mit brachialer Aneignung ehemaligen Volkseigentums in den frühen 90er Jahren unter dem Jelzin-Regime«verdient«. Der lange Zeit in Rußland inhaftierte Ölmilliardär Michail Chodorkowski nutzte den Fall, um erneut Stimmung für die »armen« Reichen zu machen, und verglich den aktuellen Fall in russischen Medien mit dem Schicksal seines zerschlagenen Jukos-Konzerns. Rosneft würde gerne auch Baschneft übernehmen, behauptete Chodorkowski. Ein Sprecher von Rosneft sagte dazu, der Konzern brauche Baschneft nicht, um seine Bilanz zu schönen.
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(dpa/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 18.09.2014, Seite 9, Kapital & Arbeit

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