-
09.07.2014
- → Schwerpunkt
Wahlk(r)ampf
Die Demokratische Partei des Kampfes (PDI-P), für die Joko Widodo antritt, wurde im April zwar mit 19 Prozent stärkste Partei. Doch allgemein hatte man einen deutlicheren Erfolg prognostiziert. Auf dem zweiten Platz folgte die frühere Partei des damaligen Machthabers Suharto, Golkar, mit mehr als 14 Prozent. Gefolgt von Gerindra, der Partei Prabowos, mit zwölf Prozent. Eindeutiger Wahlverlierer war die Demokratische Partei des noch amtierenden Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono – auch er wie Prabowo ein Exgeneral, der nach zwei Amtsperioden (seit 2004) nicht wiedergewählt werden kann.
Der Wahlkampf war schrill, inhaltsleer und in der Endphase mit persönlichen Diffamierungen ebenso gespickt wie mit Trivialem und Provokantem. Teile des Showbiz fanden es »geil«, sich auf Wahlveranstaltungen zu zeigen. Die Wiedereröffnung des »Soldatencafés« in der Stadt Bandung erregte Gemüter wie das Outfit des Sängers Ahmad Dhani. Dieser genoß Auftritte in schwarzer Uniformjacke, die an die von SS-Führer Heinrich Himmler erinnern sollte, und fand es »cool«, Symbole des Naziregimes öffentlich zur Schau zu stellen.
Mit Unterstützung seines betuchten Bruders und reichlich Cash aus dem mehr alten als neuen Establishment brachte Prabowo die erst Anfang 2008 gegründete Partei Gerindra (Bewegung Großindonesien) auf Trab und nutzte die landesweit schlagkräftig ausgerichtete Organisation zur Selbstbeweihräucherung. Religiöse Parteien, die bei der Parlamentswahl insgesamt mäßig abschnitten, stehen ebenso hinter ihm wie der scheidende Präsident. (rw)
Du findest junge Welt Journalismus wichtig – aber ein Abo ist (noch) nichts für dich?
Dann unterstütze uns jetzt mit einer monatlichen oder einmaligen Spende – ganz unkompliziert, ohne Verpflichtung, aber mit großer Wirkung.
Werde Teil einer engagierten Community, die die Weltsicht der Herrschenden nicht übernimmt, sondern kritisch hinterfragt. Dein Beitrag hilft uns dabei.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!