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Anno … 20. Woche

1814, 12. Mai: Kurz nach seinem Einzug in Paris entläßt König Ludwig XVIII. die 300000 Mann starke napoleonische Armee. Seine Rückkehr aus dem Exil war erst nach dem Sturz Napoleons, am 12.4., möglich. Am 24. April landete der spätere Ludwig XVIII., er war ein jüngerer Bruder Ludwigs XVI., in Calais. Nun beginnt eine neue Herrschaft der Bourbonen, die zwar das Rad der Geschichte zurückdrehen wollen, aber schon in der Verfassung einige Zugeständnisse an die Bedürfnisse der Großbourgeoisie machen müssen. Ludwig XVIII. verwirklicht, was Napoleon zuvor befürchtete: »Die Mächte führen nicht Krieg mit mir, sondern mit der Revolution. Sie haben in mir immer deren Vertreter, den Mann der Revolution gesehen.«

1934, 15. Mai: Die faschistische Bauernunion unter Führung von Karlis Ulmanis löst das Parlament Lettlands, die Saeima, auf. Arbeiterorganisationen werden verfolgt, der Staat geht in eine faschistische Diktatur über. Zwei Monate zuvor, am 12.3., kam es bereits in Estland zu einem ähnlichen Staatsstreich.

1939, 11. Mai: Japanische Truppen überfallen vom Marionettenstaat Mandschukuo (1932–1945) aus die Mongolische Volksrepublik im Gebiet des Chalchin-Gol-Flusses. Die japanischen Millitärs wollen sich ein Aufmarschgebiet zum Angriff auf die Sowjetunion schaffen. Entsprechend dem sowjetisch-mongolischen Protokoll über gegenseitige Hilfeleistung vom 12.3.1936 kommt die Rote Armee den mongolischen Truppen zu Hilfe. Die Kämpfe enden erst Ende August 1939 mit der Einkreisung und völligen Vernichtung der Aggressoren.


1944, 16. Mai: Im Mai 1944 beschließt die Lagerleitung von Auschwitz, etwa 2900 Roma und Sinti von Birkenau zu ermorden. Diese leisten am 16.5. verzweifelten Widerstand, worauf die SS vom ersten Räumungsversuch Abstand nimmt. Erst in der Nacht vom 2. zum 3. August 1944 überfällt und erschießt sie die Häftlinge.

1974, 16. Mai: Helmut Schmidt (SPD) wird nach dem Rücktritt von Willy Brandt (SPD) zum Bundeskanzler gewählt. Die fortgeführte SPD-FDP-Regierung ist nun (wie später die SPD-Grünen-Regierung unter Gerhard Schröder) Garant für einen fundamentalen Wechsel in der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Der Effekt für das Monopolkapital besteht darin, daß die Vergrößerung und Internationalisierung der westdeutschen Konzerne und Finanzgruppen beschleunigt vorangetrieben werden kann.

1989, 15. Mai: Nach 30 Jahren findet zum ersten Mal wieder ein Gipfeltreffen zwischen Vertretern der Sowjetunion und Chinas statt. Der Besuch des sowjetischen Parteichefs Michail Gorbatschow in Peking wird von Studentendemonstrationen begleitet, die die Übernahme der Perestroika durch China fordern.
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Erschienen in der Ausgabe vom 10.05.2014, Seite 15, Geschichte

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