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19.02.2014
- → Feuilleton
DDR-Kunst zwangsgeräumt
Die frühere Werkstatt des weltberühmten DDR-Metallbildhauers Fritz Kühn (1910–1967) in Berlin-Treptow ist am Montag zwangsgeräumt worden. Auf dem 6000-Quadratmeter-Grundstück hatte der Avantgardist Skulpturen geschaffen, die ihm internationale Anerkennung eintrugen. 1969 widmete ihm etwa der Pariser Louvre eine postume Retrospektive. Kühns Werke stehen auch in etwa 50 Städten der alten Bundesrepublik auf Plätzen, in Kirchen oder Museen. Sein Werkstattsgrundstück aber wurde vor mehr als zehn Jahren rückübertragen. Er habe es nur kaufen können, weil er staatsnah gewesen sei, lautete die Begründung des Berliner Landgerichts. Die Nachlaßverwalter aus der Familie wollten das Grundstück der nunmehrigen Eigentümerin, der Bau- und Wohnungsgenossenschaft 1892, abkaufen, um ein Museum einzurichten, bekamen die geforderten 800000 Euro aber nicht zusammen. Kulturbürgermeister Klaus Wowereit bot einzig an, bei der Suche nach einer »Unterstellmöglichkeit« behilflich sein, »zu Lasten und auf Kosten der Familie« (jW berichtete).
Kurz vor der Räumung wurde der Nachlaß nun aus der Stadt gebracht. Eine Institution »außerhalb von Berlin« habe sich der Skulpturen und Dokumente angenommen, teilte die Familie der Berliner Zeitung mit (Dienstagausgabe). (jW)
Kurz vor der Räumung wurde der Nachlaß nun aus der Stadt gebracht. Eine Institution »außerhalb von Berlin« habe sich der Skulpturen und Dokumente angenommen, teilte die Familie der Berliner Zeitung mit (Dienstagausgabe). (jW)
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