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11.05.2013
- → Feuilleton
Nach Wagner zum Arzt
Etwa ein Dutzend Zuschauer hat nach der »Tannhäuser«-Premiere in Düsseldorf mit Holocaust- und Erschießungsszenen einen Arzt aufgesucht – wegen psychischer und physischer Beschwerden. Das sagte eine Sprecherin der Rheinoper auf Anfrage. Die Wagner-Oper wurde am Donnerstag abend nur noch konzertant aufgeführt. Intendant Christoph Meyer rechtfertigte vor dem Publikum erneut die kurzfristige Absetzung der Wagner-Inszenierung des Regisseurs Burkhard C. Kosminski: »Ich muß die menschliche Gesundheit über die künstlerische Freiheit stellen.« Insgesamt hätten nach Angaben des Freundeskreises der Oper 42 Zuschauer den vollbesetzten Saal während der Premiere verlassen. Meyer sagte, er habe zwei Stunden lang mit Kosminski telefoniert und um die Veränderung einer Szene gebeten, in der Tannhäuser als Nazi mit Hakenkreuzbinde dargestellt wird, der eine Familie erschießt. Kosminski berief sich auf die künstlerische Freiheit.
Die jüdische Gemeinde begrüßte die Entscheidung der Rheinoper. »Es besteht die Gefahr, daß das Leid der Opfer durch eine inflationäre Verwendung von NS-Symbolik bagatellisiert wird. Da muß man sehr sensibel sein«, sagte der Vorsitzende der jüdischen Gemeinden von Nordrhein, Oded Horowitz. Er betonte jedoch, die Gemeinde wolle sich grundsätzlich nicht in künstlerische Belange einmischen. (dpa/jW)
Die jüdische Gemeinde begrüßte die Entscheidung der Rheinoper. »Es besteht die Gefahr, daß das Leid der Opfer durch eine inflationäre Verwendung von NS-Symbolik bagatellisiert wird. Da muß man sehr sensibel sein«, sagte der Vorsitzende der jüdischen Gemeinden von Nordrhein, Oded Horowitz. Er betonte jedoch, die Gemeinde wolle sich grundsätzlich nicht in künstlerische Belange einmischen. (dpa/jW)
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