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30.04.2013
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1. Mai: Streikwoche wird eingeläutet
In Nordrhein-Westfalen sollten bereits nach dem Auslaufen der Friedenspflicht in der Nacht zum 1. Mai die Beschäftigten von Benteler Automobiltechnik in Paderborn die Arbeit niederlegen, berichtete das Branchenblatt Automobilwoche am Samstag. Am Donnerstag seien Arbeitspausen im Mercedes-Benz-Werk in Düsseldorf geplant, wo der »Sprinter« vom Band läuft. In der Nacht wolle die Gewerkschaft in Stuttgart bei Daimler zu Ausständen aufrufen, tagsüber bei Porsche. In Niedersachsen soll bei VW in Osnabrück und Bosch in Hildesheim gestreikt werden.
In Bayern – wo BMW und Audi Werke haben – werde die Autobranche zwischen dem 6. und 8. Mai bestreikt, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Gewerkschaftskreise weiter. Die IG Metall fordert eine Anhebung der Entgelte um 5,5 Prozent für zwölf Monate ab Mai.
Bei so vielen Streiks darf ver.di nicht fehlen. Neben den angekündigten Arbeitsniederlegungen bei Amazon könnte es auch welche bei der Lufthansa geben. »Wenn die Lufthansa sich weiterhin weigert, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, das die Arbeitsplätze der Kolleginnen und Kollegen sichert und die Entgelte angemessen erhöht, wird es zu weiteren Streiks kommen«, hatte ver.di-Verhandlungsführerin Christine Behle am Freitag gemahnt. Die Post bringt dagegen wieder flächendeckend die Briefe: Sie einigte sich mit ver.di nach einem Verhandlungsmarathon am Freitag auf Lohnerhöhungen für die rund 132000 Tarifbeschäftigten.
Am Montag mußten zahlreiche Angestellte der Deutschen Bank, des Sparkassen- und Giroverbandes und der Bombardier-Hauptverwaltung in Berlin auf ihr Mittagessen verzichten. Die Gewerkschaft NGG bestreikte Betriebsrestaurants des größten deutschen Caterers Eurest. Damit sollte Druck auf die am Dienstag beginnende Verhandlungsrunde für einen Manteltarifvertrag aufgebaut werden, hieß es von der NGG.
Heiner Dribbusch vom gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut erkärte die Streiks im Dienstleistungssektor mit dem erheblichen Lohnverlust der vergangenen Jahre. Der sei »bei denjenigen am größten, die ohnehin am wenigsten verdient haben«. (Reuters/jW)
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