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Prozeßauftakt in Bonn: Kundus-Opfer verklagen BRD

Bonn. Dreieinhalb Jahre nach dem für Dutzende Zivilisten tödlichen NATO-Luftangriff im afghanischen Kundus hat am Mittwoch vor dem Landgericht Bonn ein Schadensersatzprozeß begonnen. Beklagt ist die Bundesrepublik Deutschland. Der Vater von zwei bei der Bombardierung getöteten Kindern sowie eine Witwe und Mutter von sechs Kindern verlangen Schmerzensgeld beziehungsweise Entschädigung. Afghanische Flüchtlinge nahmen die Verhandlung zum Anlaß, vor dem Gerichtsgebäude gegen den Krieg zu demonstrieren. Im September 2009 waren Tankfahrzeuge nahe dem deutschen Feldlager in Kundus von Taliban entführt und dann auf Anforderung der Bundeswehr von US-Kampfflugzeugen angegriffen worden. Unter den mehr als 100 Todesopfern waren zahlreiche Zivilisten. Der verantwortliche deutsche Oberst Georg Klein ist inzwischen zum General befördert worden. Ein Ermittlungsverfahren gegen ihn hatte die Bundesanwaltschaft 2010 eingestellt – Anhaltspunkte für ein Dienstvergehen hätten sich nicht ergeben, hieß es damals.

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 21.03.2013, Seite 4, Inland

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