Zum Inhalt der Seite

Schwabylonier

Die schwäbischen Spätzle-Separatisten halten den Konflikt um den Berliner Latte-Macchiato-Kiez Prenzlauer Berg weiter am kochen. Am Freitag drohten sie, eine Mauer aus Maultaschen um ihre selbstausgerufene Enklave »Schwabylon« zu errichten. »Die autoritäre Berliner Minderheit hat unser Ultimatum, bis zum 31. Januar Schwabylon zu verlassen, verstreichen lassen«, hieß es in einer Mitteilung. Die Drohung folgt sogleich: »Der Himmel über Berlin wird geteilt sein: in schwäbische Luft und Berliner Luft.« In ihrem gleichnamigen Blog veröffentlichten die bislang unbekannten Separtisten der Gruppe »Free Schwabylon« Fotos, die vermeintlich erste Teilabschnitte der Maultaschengrenze zeigen. Aufmüpfig wurden die Schwaben erstmals Mitte Januar. Damals bewarfen sie das Denkmal von Käthe Kollwitz (1867–1945), das am Gentrifizierungs-Hotspot Kollwitz-Platz steht, mit Spätzle. Das Charlottenburger Käthe-Kollwitz-Museum fand die Aktion allerdings überhaupt nicht lustig. Mit deutlichen Worten wandte sich der Freundeskreis des Museums in einem Brief an die Schwaben. »Wenn sich neue Wahlberliner aus dem schwäbischen Ländle die luxussanierten Wohnungen am Kollwitzplatz leisten können, leben sie bekanntlich auf der Sonnenseite einer Stadt, deren soziale Probleme unverkennbar sind«, hieß es darin. (dapd/jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 02.02.2013, Seite 12, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!