Zum Inhalt der Seite

Zum Preis gekippt

Der Schriftsteller Robert Menasse erhält den Heinrich-Mann-Preis 2013, wie die Akademie der Künste Berlin am Dienstag mitteilte. Der gebürtige Wiener soll die mit 8 000 Euro dotierte Auszeichnung am 27. März, dem Geburtstag Heinrich Manns, entgegennehmen. Geehrt werde Menasse auch als Werber für ein »postnationales Europa«, hieß es in der Begründung der Jury, die damit Bezug auf seine zuletzt erschienene »Streitschrift« mit dem irreführenden Titel »Der europäische Landbote« nahm. Mit dieser Liebeserklärung an die Institutionen der EU sei Menasses »Idee vom Fortschrittlichen ins Reaktionäre« gekippt, stellte der Rezensent in dieser Zeitung am 10.11.2012 fest. Bekanntlich sind solche Rückwärtsrollen für Preise gut. Den Heinrich-Mann-Preis hat auch »Historiker« Götz Aly schon erhalten. (dapd/jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 23.01.2013, Seite 13, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!