Zum Inhalt der Seite

Grünes Licht für ­EU-Börsensteuer

Brüssel. Der Weg zur Finanztransaktionssteuer in Deutschland und zehn weiteren EU-Ländern ist frei: Die 27 EU-Finanzminister gaben am Dienstag grünes Licht für die Einführung in einer Staatengruppe, darunter die beiden wirtschaftlich stärksten Länder Deutschland und Frankreich. Im vergangenen Jahr hatten sich einige durchgerungen, wegen Widerstands vor allem aus Großbritannien und Schweden erst einmal eine kleine Lösung zu installieren.

Die Initiative wurde nun auch von Steuergegnern gebilligt, die notwendige qualifizierte Mehrheit kam in Brüssel zustande. EU-Kommissar Algirdas Semeta sprach von einem »wichtigen Meilenstein« für die europäische Steuerpolitik. Er will nun in den kommenden Wochen einen konkreten Vorschlag auf den Tisch legen, über den dann nur die Kerngruppe abstimmen muß. Demnach sollen alle Finanzgeschäfte mit einer Abgabe von 0,1 Prozent belegt werden, Derivategeschäfte mit 0,01 Prozent. Die erhofften Einnahmen wollte Semeta noch nicht beziffern, für die Gesamt-EU hätten sie bei knapp 60 Milliarden Euro gelegen. Der Kommissar betonte, daß zwar nur elf von 27 Staaten mitmachten, diese aber für zwei Drittel der EU-Wirtschaftsleistung und sogar 90 Prozent der Wirtschaftsleistung in der Euro-Zone stünden.


(dapd/jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 23.01.2013, Seite 9, Kapital & Arbeit

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!