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Syrische Opposition berät in Moskau

Syrische Oppositionelle, darunter führende Mitglieder des Nationalen Koordinierungskomitees, wollten laut Ria Nowosti am Donnerstag für Gespräche nach Moskau kommen. Auf dem Programm der Delegation stehen Verhandlungen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow sowie ein Treffen in der Staatsduma. Wie Lawrow früher schon geäußert hatte, wird Rußland die Einberufung einer Konferenz der syrischen Opposition unterstützen, die dem Zusammenschluß der inneren und der äußeren Oppositionskräfte auf der Grundlage der Bereitschaft zum Dialog mit der Regierung dienen soll. Moskau unternehme alles nur Mögliche, um dem Blutvergießen ein Ende zu setzen und die Parteien an den Verhandlungstisch zu bringen, damit die Syrier selbst die Parameter der künftigen politischen Gestaltung des Landes bestimmen könnten. »Sollte statt dessen ein ›Krieg bis zum siegreichen Ende‹ gegen das Regime von Baschar Al-Assad gefördert werden, würde dies die Leiden des syrischen Volkes nur noch verstärken sowie die ohnehin explosive Lage in der Nahostregion weiter erschweren«, betonte Lawrow.

In der katarischen Hauptstadt Doha war Anfang November die »Nationale Koalition der syrischen Opposition« gegründet worden. Die Ziele dieses Zusammenschlusses bestehen darin, die Bemühungen um den Sturz Assads zu vereinen und die ausländische Hilfe sowie die Waffenlieferungen für die Oppositionskräfte zu koordinieren.


Das funktioniert offensichtlich immer besser. Die Aufständischen, die im Sommer mit dem Abschuß von Zivilflugzeugen gedroht hatten, die nach Damaskus oder Aleppo unterwegs sind, verfügen nach Angaben der Washington Post über mindestens 40 tragbare Flugabwehrraketen. Das Gros davon haben die Assad-Gegner in den vergangenen Wochen erhalten, meldet die Zeitung unter Berufung auf US-Geheimdienstkreise. Die Raketen gelangen vermutlich aus Katar und Saudi-Arabien über die Türkei an die Rebellen. Darüber hinaus hatte die Opposition Waffenlager der regulären Armee ausgeplündert. Am Mittwoch hatten Rebellen in der nordsyrischen Provinz Idlib ein Flugzeug der Luftwaffe abgeschossen, davor war ein Hubschrauber zum Absturz gebracht worden. (Ria Nowosti/jW)
junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 30.11.2012, Seite 3, Schwerpunkt

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