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Japan will Post ­privatisieren

Tokio. Nächster Anlauf für eine gigantische Privatisierung: Die japanische Regierung will den Wiederaufbau nach dem Tsunami im vergangenen Jahr mit dem milliardenschweren Verkauf der staatlichen Post finanzieren. Binnen drei Jahren sollen die Aktien des Konzerns – zu dem auch die landesgrößte Sparkasse gehört – an der Börse gehandelt werden, wie Finanzminister Koriki Jojima am Freitag ankündigte. Allein der schrittweise Verkauf von zwei Dritteln der Anteile könnte der Zeitung Nikkei zufolge umgerechnet bis zu 67 Milliarden Euro in die Staatskasse spülen. Einige Banker bezweifelten jedoch umgehend, daß der Plan in die Tat umgesetzt wird, weil er politisch brisant ist.

Die japanische Post ist ein Finanz-Gigant und spielt in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt eine herausragende Rolle. Die Postbank verwaltet mit umgerechnet 1,7 Billionen Euro ein Fünftel von Japans Bargeld und Einlagen, während der Versicherungsarm einer der größten Käufer japanischer Staatsanleihen ist. Allein in der Postsparte sind mehr als 200000 Menschen beschäftigt. Um diesen defizitären Bereich für einen Börsengang fitzumachen, müßten wohl zahlreiche Arbeitsplätze gestrichen werden. In den vergangenen Jahren blieben deshalb bereits mehrere Anläufe zu einem Verkauf in einem frühen Stadium stecken. (Reuters/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 27.10.2012, Seite 9, Kapital & Arbeit

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