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Radio: Formatwandel

Mit Helmut Heißenbüttels legendärem »Was sollen wir überhaupt senden?« hatte DKultur am Montag seine Reihe »Formatwandel« begonnen. Der Titel ist gleich auf mehreren Ebenen symbolisch aufgeladen. Ob Digitalisierung der Vertriebs-, und Empfangsmedien oder Programmreformen hin zur hegemonialen Musikrotation, ob Podcast-Inflation oder ausuferndes Lykke-Li-Gedudel. Das Medium Radio erlebt derzeit einen umfassenden Formatwandel.

In diesem steckt aber auch gewaltiges Potential. Erschwingliche Produktionsmittel und mehrgleisige Distributionsswege – jetzt wird der Rezipient auch zum Sender und das entsprechende Postulat in Brechts Radiotheorie vielleicht Realität. Daß sich mit einem enormen technischen Fortschritt der Kunstbegriff selbst qualitativ wandelt, schrieb Walter Benjamin bereits zum seinerzeit neuen Medium Film. Angesichts von Breitbandinternet und Smartphones würde er es heute wohl nochmal schreiben. Also, nicht voreilig sagen, Sonarisation (Verklanglichung digitaler Datenströme) sei keine Kunst! Die »Bonner Durchmusterung« (Do. auf Fr., 0h, DKultur) übersetzt das Rauschen des Weltraums in hörbare Soundzeichen und begibt sich auf die Suche nach dem Urknall. (rawi)
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Erschienen in der Ausgabe vom 04.10.2012, Seite 13, Feuilleton

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