Zum Inhalt der Seite

Berlin-Wedding

Nein, Berlin-Wedding ist noch nicht gentrifiziert wie das sogenannte Kreuz-Kölln oder wie es Moabit in absehbarer Zeit sein wird. Hier »herrscht geschäftige Armut. Teenager träumen davon, später bis zu tausend Euro mit dem Tunen von Kraftfahrzeugen zu verdienen. An den Erdgeschossen kleben allmonatlich neue ›Neue Bewirtschaftung‹-Aufkleber. Was gestern ein Kiosk und Tele- bzw. Internetcafé war, ist heute ein Nagelstudio und morgen vielleicht ein ›Spätverkauf International‹ mit Ramsch für Kinder in den Regalen«, hieß es 2010 in dieser Zeitung. Und dieses Wochenende heißt es: »Wedding hat Kultur!« Es findet nämlich »das 2. Wedding Kulturfestival« statt, mit der »einzigartigen wie einfachen Idee: Jeder kann mitmachen, jeder kann dabei sein«, sagen die Veranstalter. In diesem Jahr beteiligen sich mehr als 50 Orte mit über 130 Veranstaltungen: Straßen und Plätze werden bespielt; Ateliers, Galerien, Kneipen, Kulturorte und Privaträume öffnen ihre Türen und präsentieren Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Führungen. Der Eintritt ist überall frei. Besondere Beachtung verdient der Leopoldplatz (Musik) und das Stattbad Wedding (Kunst), Gerichtsstr. 65. (jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 22.09.2012, Seite 12, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!