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Kurze Geschichte: Deutschland und Venezuela

1528–1545: Der spanische König Karl V. verpachtet zur Bezahlung von Schulden ein Gebiet um die Stadt Coro im Nordwesten des heutigen Venezuelas an das Augsburger Handelshaus der Welser. Diese plündern das Land aus und verschleppen Indígenas zur Sklavenarbeit. Eine längerfristige Kolonialisierung scheitert.

1785/1788: Francisco de Miranda, einer der führenden Köpfe der venezolanischen Unabhängigkeitsbewegung, besucht Hannover, Braunschweig, Preußen, Sachsen und andere deutsche Regionen.

1799: Alexander von Humboldt beginnt seine amerikanische Forschungsreise, die ihn zwei Jahre lang durch das Gebiet des heutigen Venezuelas führt.

1804: Humboldt soll in Paris dem späteren Befreier Venezuelas, Simón Bolívar, begegnet sein und erklärt haben, Venezuela sei reif für die Unabhängigkeit, er sehe nur niemanden, der dies bewerkstelligen könnte. Die Forschung geht heute davon aus, daß dieses Treffen lediglich ein Mythos ist.

1833: Das gerade unabhängig gewordene Venezuela eröffnet in Hamburg sein erstes Konsulat. Kurz darauf ernennen die deutschen Hansestädte diplomatische Vertreter in La Guaira, Angostura (heute Ciudad Bolívar) und Maracaibo.

1837: Lübeck, Bremen und Hamburg unterzeichnen einen Freundschafts-, Handels- und Schiffahrtsvertrag mit Venezuela.
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1843: 358 Bürger aus Baden wandern nach Venezuela aus und gründen im heutigen Bundesstaat Aragua die Colonia Tovar, eine Siedlung aus Fachwerkhäusern im Schwarzwaldstil. Bis heute ist dieser Ort badisch-alemannisch geprägt.

1858: Karl Marx verfaßt für die »New American Cyclopædia« den Aufsatz »Bolivar y Ponte« über Simón Bolívar.

1868: Werner von Bergen wird erster deutscher Botschafter in Caracas.

1902: Venezuelas Präsident Cipriano Castro setzt die Bezahlung der Auslandsschulden aus. Deutschland, Großbritannien, Italien und Frankreich verhängen daraufhin eine Seeblockade. Deutsche Kriegsschiffe beschießen unter anderem die Stadt Coro und kapern venezolanische Schiffe.

1945: Nachdem Venezuela im Zweiten Weltkriegs zunächst »neutral« geblieben war, erklärt es Anfang des Jahres Deutschland und Japan auf Druck der USA den Krieg.

1952: Venezuela erklärt den Kriegszustand mit Deutschland für beendet und nimmt diplomatische Beziehungen zur BRD auf.

1973: Venezuela nimmt diplomatische Beziehungen zur DDR auf.

1998: Ein deutscher Künstler bringt einen Stein aus dem venezolanischen Nationalpark Canaima nach Berlin. Die Pemón-Indígenas fordern bis heute dessen Rückgabe.

Januar 1999, September 1999, Juli 2000: Hugo Chávez besucht Deutschland.

(scha)
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Erschienen in der Ausgabe vom 08.09.2012, Seite 3, Schwerpunkt

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