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NGG streikt für Tarifvertrag

Düsseldorf. Ein Tarifstreit beim Düsseldorfer Fertigsuppenhersteller Zamek ist auch nach mehreren Wochen nicht beigelegt. Am gestrigen Montag gingen die Beschäftigten erneut auf die Straße. »Leider hat es noch keine Annäherung gegeben«, sagte die NGG-Sekretärin Isabell Kraupner gegenüber jW.

Seit dem 21. Juni befindet sich die Gewerkschaft im unbefristeten Streik für einen Anerkennungstarifvertrag. Das Unternehmen ist innerhalb des zuständigen Arbeitgeberverbands der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie in eine Mitgliedschaft ohne Tarifbindung gewechselt. Die Gewerkschaft will erreichen, daß nach Tarif bezahlt wird.

»Die Gehälter bei Zamek liegen sechs Prozent hinter der Branchenregelung«, so Kraupner. Das Familienunternehmen will einen Haustarifvertrag abschließen, der eine Kopplung des 13. Gehalts an den Unternehmenserfolg vorsieht. Im Gegenzug bietet es eine Beschäftigungssicherung für ältere Mitarbeiter. Gleichzeitig drohte die Geschäftsleitung, 150 Arbeitsplätze nach Dresden zu verlagern. Die NGG wirft Zamek vor, den Arbeitskampf durch den Einsatz von Leiharbeitern zu unterlaufen. Deren Zahl sei von 70 auf 105 der insgesamt 400 Beschäftigten erhöht worden.


Das sei auch der Grund, warum sich die Gewerkschaft für eine flexible Streiktaktik entschieden hat, sagte Kraupner. Anstatt jeden Tag legen die Beschäftigten in unregelmäßigen Abständen die Arbeit nieder. Die Beteiligung am Ausstand wertete die Gewerkschafterin als sehr gut. Insgesamt seien mehr als die Hälfte der 400 Mitarbeiter mit auf der Straße.

(jW)
junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 17.07.2012, Seite 15, Betrieb & Gewerkschaft

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