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Hintergrund: Präsident »normal«

François Hollande wird nach seinem Wahlsieg vom Sonntag bis spätestens 15. Mai als neuer Präsident Frankreichs vereidigt werden. Von 1997 bis 2008 war er Sekretär des »Parti Socialiste«, von 2001 bis 2008 Bürgermeister der Kleinstadt Tulle im zentralfranzösischen Departement Corrèze. In einer innerparteilichen Vorauswahl hatte sich der 57jährige im Oktober des vergangenen Jahres gegen seine Konkurrenten als Kandidat durchgesetzt, unter anderem gegen die derzeitige Sekretärin des PS, Martine Aubry, Tochter des ehemaligen Präsidenten der Europäischen Kommission, Jacques Delors.

Hollande, Absolvent der politischen Kaderschmiede und Eliteschule ENA, begann seine Karriere 1981 als »Scherpa« und Talentsucher unter dem ersten sozialistischen Präsidenten Mitterrand. Gegnern in der eigenen Partei und in den anderen politischen Lagern des Landes galt er bis zu seinem Sieg am Sonntag als »zu weich« und zu »unbestimmt« in seinen politischen Aussagen. Seine Kandidatur wurde im zweiten Wahlgang gleichwohl vom »Front Gauche«, dem Zusammenschluß der radikalen Linken und der Kommunisten, sowie von den Ökologen und deren Kandidatin Eva Joly unterstützt.
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Während eines Streitgesprächs mit Nicolas Sarkozy vor Fernsehkameras hatte sich Hollande am vergangenen Mittwoch als ein »normaler Präsident« bezeichnet und damit auf die in Frankreich verachtete Glamour­attitüde seines Vorgängers angespielt. Die linksliberale Zeitung Libération titelte am Montag folgerichtig auf ihrer ersten Seite: »Hollande président: Normal!«

(hgh)
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Erschienen in der Ausgabe vom 08.05.2012, Seite 3, Schwerpunkt

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