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Erinnerung an Hans Maršálek

In der Nacht vom 8. auf 9. Dezember starb Hans Maršálek, Ehrenvorsitzender des Bundesverbands österreichischer AntifaschistInnen, WiderstandskämpferInnen und Opfer des Faschismus (KZ-Verband/VdA) im Alter von 97 Jahren in Wien.

Hans Maršálek wurde am 19. Juli 1914 in Wien geboren. Nach dem Besuch der tschechischen Schule in Wien absolvierte er eine Lehre als Schriftsetzer. Sein politisches Engagement begann schon früh in der »Sozialistischen Arbeiterjugend« und der »Roten Hilfe«. Nach der Okkupation Österreichs und seiner Einberufung zur Deutschen Wehrmacht, flüchtete er 1938 nach Prag. 1941 wurde er von der Gestapo verhaftet und fast drei Monate im Keller des Gestapohauptquartiers am Wiener Morzinplatz festgehalten.
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Am 28. September 1942 wurde Hans Maršálek in das KZ Mauthausen deportiert. Er mußte im Steinbruchkommando und später im Holzfällerkommando arbeiten. Ab 1943 war er in der Lagerschreibstube. Vor allem im Zuge der Befreiung des KZ im Mai 1945 konnte Maršálek als eine der maßgeblichen Personen des illegalen Mauthausenkomitees bei der Erstversorgung und der Repatriierung der befreiten Häftlinge helfen. Unmittelbar nach der Befreiung trat er als wichtiger Zeuge im zweiten Dachauer Prozeß, dem sogenannten »Mauthausen Main Case«, auf.

Am 28. Mai 1945 kam Hans Maršálek nach Wien zurück, trat in den Polizeidienst ein und wurde im Jahre 1963 vom Bundesministerium für Inneres mit der Einrichtung eines Museums in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen betraut. Von 1964 bis zur Pensionierung 1976 war er Leiter der Gedenkstätte. Maršálek, seit der Gründung Mitglied und Funktionär des KZ-Verbands, war auch Vorstandsmitglied der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen und Mitglied des Comité International de Mauthausen, das seine Ursprünge in den illegalen Widerstandsorganisationen im KZ-Mauthausen hat. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 21.12.2011, Seite 15, Antifaschismus

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