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08.09.2011
- → Feuilleton
Mediensprech und Radebrech
Börsenmakler erstochen und verbrannt!« heißt es am 6.9. auf Bild.de; damit nicht alle Welt »Ja was denn sonst?« brummt, »das wurde aber auch langsam Zeit« seufzt oder gleichgültig zur nächsten Schlagzeile übergeht– »Griechen, spart endlich, sonst nixos Eoros!« –, hat Bild die Börsenmakler-Sache noch kurz eingeordnet, als »Brutales Verbrechen«. Jede Bild-Wahrheit braucht eine Nuttige, die sie ausspricht. Apropos: Im ZDF können sie es genauso. Marietta Slomka erklärt im heute-Magazin die weite Welt. »So ist das in Afrika: Nichts ist eindimensional, nicht mal ein Diktator.« Während der dauergrinsende Oliver Kahn Seite an Seite mit der adäquat ordinären Katrin Müller-Hohenstein im selben Sender notorisch die »maximalste« Leistung sehen möchte. Denn was ein Kahn ist, muß auch den Superlativ noch steigern. Ob eine Alphabetisierungskampagne hülfe? Dann könnten Fernsehgebühren auch als Spenden abgesetzt werden.
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Wiglaf Droste
