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Diktatur der Finanzmärkte

Der Chefvolkswirt der Bundestagsfraktion Die Linke, Michael Schlecht, erklärte am Montag zum neuen Schub der Euro-Krise:

Eine Verdopplung des Euro-Rettungsschirms käme einem Staatstreich gleich. Wer die faulen Kredite der Finanzhaie mit immer neuen Garantien der Steuerzahler absichert und die Wirtschaftskrise mit Kürzungspaketen für die Bevölkerungsmehrheit vertieft, opfert 60 Jahre europäische Integra­tion der Diktatur der Finanzmärkte. Das Dolce Vita der Finanzmafia muß beendet werden und Luft aus der Schuldenblase entweichen, sonst ist Europa nicht zu retten. Fällt mit Italien eine der größten europäi­schen Volkswirtschaften, ist die EU mit ihrem Latein restlos am Ende. (…) Die Finanzhaie wissen auch, daß sich immer neue Rettungspakete für Banken und Versicherungen auf Kosten der Steuerzahler innenpolitisch nicht durchsetzen lassen. Die EU braucht eine öffentliche Ratingagentur, denn die drei marktbeherrschenden US-Agenturen arbeiten im Auftrag der Finanzindustrie. Damit allein ist es aber nicht getan. Die Finanzmärkte müssen entwaffnet und die Profiteure der Krise zur Kasse gebeten werden. (...)
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Erschienen in der Ausgabe vom 12.07.2011, Seite 8, Abgeschrieben

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