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Bayer muß für Genreis zahlen

New York/Monheim. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit um gentechnisch veränderten Reis hat die Agrarsparte des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer mit US-Landwirten eine außergerichtliche Einigung erzielt und sich zur Zahlung von umgerechnet bis zu 517 Millionen Euro bereit erklärt. An dem Vergleichsprogramm könnten alle US-Landwirte teilnehmen, die im Zeitraum von 2006 bis 2010 Langkornreis angebaut hätten, teilte Bayer am Samstag mit. Im August 2006 waren Spuren der gentechnisch veränderten Reissorte Liberty Link, die nicht für den menschlichen Verzehr zugelassen war, in Reislieferungen aus den USA entdeckt worden. Der gegen Pflanzenschutzmittel widerstandsfähige Reis wurde von der US-Firma Aventis Cropscience hergestellt, die später von Bayer übernommen wurde. Nach Angaben des Anwaltbüros Wolf Haldenstein Adler Freeman & Herz, eine der die Kläger vertretenden Kanzleien, hat Bayer CropScience den US-Reisbauern durch die Verseuchung der Reisernten »finanziell geschadet« und den Exportmarkt für US-Reis gefährdet. Bayer erklärte am Samstag, man habe sich nichts zuschulden kommen lassen, da der Produzent von Liberty Link seinerzeit noch nicht zum Konzern gehört habe. Eine Beilegung des Rechtsstreits liege aber im Geschäftsinteresse des Unternehmens.

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 04.07.2011, Seite 9, Kapital & Arbeit

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