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Piñera will Folterer freilassen

Santiago de Chile. Der chilenische Präsident Sebastián Piñera hat während eines Besuchs in Spanien eingeräumt, daß seine Regierung eine Begnadigung von Zivilpersonen und Militärs erwägt, die wegen Menschenrechtsverletzungen während der Pinochet-Diktatur (1973–1990) inhaftiert sind. Der Vorstoß des Staatschefs steht offenbar im Zusammenhang mit einer Anfang der Woche angekündigten Strafrechtsreform, durch die die Überbelegung der Strafanstalten in dem südamerikanischen Land abgebaut werden soll.

Die Opposition im chilenischen Parlament erteilte einer möglichen Freilassung verurteilter Mörder und Folterer eine entschiedene Absage. »Als Partei haben wir eine unverletzbare ethische Grenze. Wir werden keine Form von Begnadigung von Menschenrechtsverletzern hinnehmen«, sagte der Vorsitzende der Sozialistischen Partei, Osvaldo Andrade.

(PL/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 11.03.2011, Seite 6, Ausland

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