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Wie allgemein erwartet, ist der iranische Regisseur Asghar Farhadi der große Triumphator der 61. Berlinale. Am Samstag abend erhielt er für sein Psychodrama »Nader und Simin« drei Bären, den Goldenen für den besten Film und zwei Silberne für die besten männlichen und weiblichen Darsteller. Vor zwei Jahren hatte er bereits einen Silbernen Bären für die beste Regie (»Alles über Elly«) erhalten. Was ihm nicht paßt, ist die Vermutung, er habe seinen diesjährigen Erfolg seinem im Iran zu sechs Jahren Haft verurteilten Kollegen Jafar Panahi zu verdanken, dem die Berlinale so eine weitere Solidaritätsbekundung habe zukommen lassen. »Wenn ich das, was ich sagen will, durch den Film sage, dann hat es mehr Einfluß. Wenn reden besser wäre, hätte ich keinen Film gemacht«, erklärte er und fügte hinzu: »Ich bin kein Held, ich bin ein Filmemacher.« Wenn er das sage, was die Kritiker auf der Berlinale hören wollten, bekäme er ein Problem und könnte keine Filme mehr machen. (dapd/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 21.02.2011, Seite 13, Feuilleton

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