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DIW offen für ­Keynesianer

Berlin. Der neue Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, Gert Wagner, will die Institution wieder stärker für die nachfrageorientierten Wirtschaftsideen des britischen Ökonomen John Maynard Keynes öffnen. »Ich persönlich halte es für sinnvoll, keynesianische Ansätze zu stärken, wenn sie nicht in Ideologie ausarten«, sagte er dem Tagesspiegel (Samstagausgabe). Bei Konjunkturfragen reiche die rein angebotsorientierte Sicht nicht aus. Ohnehin sei bei jungen Volkswirten das Lagerdenken – Keynesianer auf der einen Seite, Neoklassiker auf der anderen – »überholt«. Wagners wegen einer Finanzaffäre abgelöster Vorgänger Klaus Zimmermann hatte einen strikt angebotsorientierten Kurs vertreten und u.a. den renommierten Konjunkturforscher Gustav Horn wegen entsprechender Differenzen aus dem Institut gedrängt.

(dapd/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 14.02.2011, Seite 9, Kapital & Arbeit

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