-
10.02.2011
- → Feuilleton
Leerer Stuhl
Ein Stuhl der Wettbewerbsjury, der diesmal Isabella Rossellini
vorsitzt, wird für Jafar Panahi freigehalten. Am 18.12. wurde
der Regisseur von der Zweigstelle Nr. 26 der Revolutionsgerichte in
Teheran zu sechs Jahren Haft und 20 Jahren Berufsverbot verurteilt.
Grund: Der Musawi-Anhänger hatte in seiner Wohnung einen Film
zu drehen begonnen, ohne Genehmigung der Zensurbehörden. Das
Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Silberne Bär der
Berlinale 2006, den Panahi für seinen Film
»Offside« entgegennahm, steht weiter im staatlichen
Filmmuseum Teherans. »Der Raum, in dem das Museum meine
Preise ausstellt, ist größer als meine
Gefängniszelle«, sagte Panahi im November vor Gericht.
(jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Solidarität jetzt!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
→ mehr aus dem Ressort Feuilleton