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Sinn Fein darf an den Verhandlungstisch

Politischer Arm der IRA soll an Mehrparteiengesprächen teilnehmen

Von AP/jW

Die als politischer Arm der IRA geltende Partei Sinn Fein soll an den Friedensgesprächen für Nordirland teilnehmen, wie die britische Regierung am Freitag in Belfast mitteilte. London hatte eine anhaltende Waffenruhe der Irisch- Republikanischen Armee (IRA) zur Bedingung gemacht. Sie sei überzeugt davon, daß die IRA ihre Anschläge eingestellt habe, sagte Nordirlandministerin Marjorie Mowlam. Sinn Fein werde sich nunmehr ab dem 9. September an den Gesprächen beteiligen. Die irische Regierung begrüßte die Entscheidung, während die Partei Democratic Unionists von Ian Paisley Verhandlungen mit Sinn Fein eine Absage erteilte.

Die IRA hatte am 20. Juli einen Waffenstillstand ausgerufen; sie will sich jedoch nicht entwaffnen lassen. Mowlam erklärte, sie habe das Für und Wider sorgfältig erwogen und sei zu dem Schluß gekommen, daß die Voraussetzungen für eine Beteiligung von Sinn Fein erfüllt seien. Die Verhandlungen würden nicht einfach werden, sie hoffe aber, daß sich alle Parteien einer Verhandlungslösung des Konflikts verpflichtet fühlten.

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Der irische Außenminister Ray Burke sagte in Dublin, seine Regierung teile die Einschätzung Londons. Seinen Worten zufolge besteht nun erstmals die Möglichkeit von Gesprächen aller wichtigen Parteien sowie der Regierungen von Großbritannien und Irland. Auch die gemäßigte katholische Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDLP) begrüßte die Integration ihres irisch-nationalistischen Rivalen.

Paisley von den protestantischen Democratic Unionists bekräftigte dagegen, daß seine Partei sich nicht mit Sinn Fein an einen Tisch setzen werde. Er forderte die anderen protestantischen Parteien auf, diesem Schritt zu folgen.

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Erschienen in der Ausgabe vom 30.08.1997, Seite 0, Ausland

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