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Mulisch gestorben

Der Schriftsteller Harry Mulisch ist tot. Er starb im Alter von 83 Jahren an Krebs in Amsterdam. Neben Cees Nooteboom galt er als wichtigster Autor der niederländischen Gegenwartsliteratur. Mit »Die Entdeckung des Himmels« hatte er 1992 Weltruhm erlangt. Mulisch verfaßte mehr als 70 Romane, Essays, Gedichtsammlungen und Theaterstücke. Er war Sohn einer deutschen Jüdin und eines österreichischen Offiziers, die sich 1936 scheiden ließen. Während ein Großteil seiner jüdischen Familie mütterlicherseits von den Nazis ermordet wurde, verwaltete sein Vater gestohlenes jüdisches Eigentum als Bankdirektor in den Niederlanden zur Zeit der deutschen Besatzung. Mulisch setzte sich in seinem Werk besonders mit dem Zweiten Weltkrieg und dem deutschen Faschismus auseinander. 1961 war er Berichterstatter beim Eichmann-Prozeß in Jerusalem. Mulisch erhielt zahlreiche Auszeichnungen, die Verfilmung seines 1982 erschienenen Romans »Das Attentat« wurde mit dem Oscar prämiert. Schriftstellerkollege Cees Nooteboom nannte Mulisch im Fernsehsender NOS eine »einzigartige literarische Persönlichkeit«. Sein familiärer Hintergrund habe eine »gewaltige Auswirkung« auf Mulisch gehabt. »Es ging immer um den Krieg, den Krieg und nochmals den Krieg«, sagte Nooteboom.

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 01.11.2010, Seite 12, Feuilleton

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