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01.11.2010
- → Feuilleton
Mulisch gestorben
Der Schriftsteller Harry Mulisch ist tot. Er starb im Alter von 83
Jahren an Krebs in Amsterdam. Neben Cees Nooteboom galt er als
wichtigster Autor der niederländischen Gegenwartsliteratur.
Mit »Die Entdeckung des Himmels« hatte er 1992 Weltruhm
erlangt. Mulisch verfaßte mehr als 70 Romane, Essays,
Gedichtsammlungen und Theaterstücke. Er war Sohn einer
deutschen Jüdin und eines österreichischen Offiziers, die
sich 1936 scheiden ließen. Während ein Großteil
seiner jüdischen Familie mütterlicherseits von den Nazis
ermordet wurde, verwaltete sein Vater gestohlenes jüdisches
Eigentum als Bankdirektor in den Niederlanden zur Zeit der
deutschen Besatzung. Mulisch setzte sich in seinem Werk besonders
mit dem Zweiten Weltkrieg und dem deutschen Faschismus auseinander.
1961 war er Berichterstatter beim Eichmann-Prozeß in
Jerusalem. Mulisch erhielt zahlreiche Auszeichnungen, die
Verfilmung seines 1982 erschienenen Romans »Das
Attentat« wurde mit dem Oscar prämiert.
Schriftstellerkollege Cees Nooteboom nannte Mulisch im
Fernsehsender NOS eine »einzigartige literarische
Persönlichkeit«. Sein familiärer Hintergrund habe
eine »gewaltige Auswirkung« auf Mulisch gehabt.
»Es ging immer um den Krieg, den Krieg und nochmals den
Krieg«, sagte Nooteboom.
(AFP/jW)
(AFP/jW)
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