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20.10.2010
- → Feuilleton
Archiv für Beutekunst
Historiker haben ein Online-Archiv mit mehr als 20000 von den Nazis
gestohlenen Beutekunst-Objekten zugänglich gemacht. Der
Großteil der Kunstwerke, die zwischen 1940 und 1944 ihren
jüdischen Besitzern in Frankreich und Belgien geraubt wurden,
seien bislang noch nicht ihren rechtmäßigen Eignern
zurückgegeben worden, teilte die Jewish Claims Conference
(JCC) am Montag in New York mit. Das Archiv umfaßt
Gemälde, Skulpturen, Vasen, Möbel und andere Kunstwerke
– viele von ihnen mit Foto. Ihr Verbleib ist zumeist unklar.
An dem digitalen Projekt, das 2005 begonnen wurde, waren auch das
US-Holocaust-Museum in Washington und das deutsche Bundesarchiv
beteiligt. Die Angaben in dem Archiv beruhen auf einer Auswertung
der Dokumente des »Einsatzstabs Reichsleiter Rosenberg«
(ERR), der im Zweiten Weltkrieg mit der Plünderung von
Kulturgütern aus jüdischem Besitz befaßt war. Es
sei nun auch »die Verantwortung von Museen,
Kunsthändlern und Auktionshäusern«, festzustellen,
ob sich in ihrem Bestand Beutekunstwerke befänden, die
zurückgegeben werden müßten, erklärte die JCC.
Viele rechtmäßige Erben wüßten nicht einmal,
daß sie Anspruch auf die geraubten Kunstwerke hätten.
(AFP/jW)
Das Archiv ist allgemein zugänglich unter www.errproject.org/jeudepaume
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