Zum Inhalt der Seite

Ärztemangel verschärft sich

Berlin. Die Lücken in der medizinischen Versorgung werden trotz der politischen Maßnahmen gegen den Ärztemangel in Deutschland immer größer. Das geht aus der neuen Arztzahlstudie hervor, die die Bundesärztekammer (BÄK) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) am Freitag in Berlin präsentierten. Demnach müssen bis zum Jahr 2020 allein im ambulanten Bereich knapp 52000 Ärzte ersetzt werden. Bei Gegenüberstellung der Abgänge und voraussichtlichen Zugänge werde es dann fast 7000 Hausärzte weniger geben als bisher, erklärte der KBV-Vorsitzende Andreas Köhler.

BÄK-Vizepräsident Frank Ulrich Montgomery sagte, in den Kliniken seien schon jetzt 5000 Stellen unbesetzt. Seiner Ansicht nach trägt auch der steigende Frauenanteil in der Ärzteschaft zur Verschärfung des Problems bei. Da sie sich »intensiver familiären Aufgaben« stellten, könnten sie weniger Zeit für die Arbeit zur Verfügung stellen. 1991 waren 33,6 Prozent der Mediziner weiblich, 2009 waren es bereits 42,2 Prozent. Ein weiteres Problem sei die Abwanderung von Medizinern ins Ausland. (jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 04.09.2010, Seite 4, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!