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Das türkische Außenministerium hat den 2007 auf offener Straße erschossenen türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink in einem Schreiben an das Europäische Menschenrechtsgericht in Strasbourg mit dem deutschen Neonazi Michael Kühnen verglichen. Das bestätigte der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu in der Zeitung Milliyet vom Mittwoch. Der Journalist war kurz vor dem Attentat wegen »Beleidigung des Türkentums« verurteilt worden. Das Strasbourger Gericht befaßt sich mit einer Beschwerde gegen das Urteil. Auf diese reagierte das Ministerium mit einem Schreiben, das den Vergleich Dinks mit Kühnen enthält. Letzterer berief sich 1988 in einer Klage in Strasbourg auf das Recht auf freie Meinungsäußerung und scheiterte. Das Papier der Ministerialbeamten rechtfertigt mit Hinweis auf Kühnen die Verurteilung Dinks. Staatspräsident Abdullah Gül distanzierte sich umgehend. Minister Davutoglu, der das Schreiben am Sonntag zum ersten Mal gesehen hatte, bedauerte sehr, daß es für eine nachträgliche Korrektur der Verteidigungslinie zu spät sei.

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 19.08.2010, Seite 13, Feuilleton

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