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Im Blickpunkt: CENESEX

Im Jahr 1972 wurde in Havanna die Nationale Arbeitsgruppe für Sexualerziehung (GNTES) gegründet, die Fachleute aus verschiedenen kubanischen Ministerien zusammenführte, um die Regierungspolitik in diesem Bereich zu entwickeln. Ähnliche Arbeitsgruppen wurden in der Folge auch in den Provinzen Kubas gegründet. Aus ihnen entstand dann 1989 das Nationale Zentrum für Sexualerziehung (CENESEX), das seither mehr als 500 Spezialisten für Fragen der Gesundheit, Geburtenkontrolle und Erziehung ausgebildet und sich mit zahlreichen Informationsprogrammen um die Aufklärung der Bevölkerung bemüht hat. Seit 1994 gibt das Zentrum außerdem die Fachzeitschrift Sexología y sociedad (Sexualkunde und Gesellschaft) heraus. Neben zahlreichen abgestellten Fachleuten stützt sich das Zentrum auf rund 400 Mitarbeiter.

Seit dem Jahr 2000 wird das Zentrum von der 1962 geborenen Mariela Castro Espín geleitet. Sie studierte an der Hochschule für Pädagogische Wissenschaften »Enrique José Varona« in Havanna Pädagogik-Psychologie, leitet den Lehrstuhl für Sexualkunde an der Nationalschule für das Gesundheitswesen und lehrt an der Medizinischen Universität Havanna. Daneben ist sie Mitglied des Beratenden Komitees der World Association for Sexual Health, einer 1978 in Rom gegründeten internationalen Vereinigung von Wissenschaftlern und Institutionen. Sie hat rund ein Dutzend Bücher und zahlreiche Aufsätze in Fachzeitschriften zu Themen aus ihrem Fachbereich veröffentlicht.
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Auf Initiative des CENESEX legalisierte das kubanische Parlament im Jahr 2008 Operationen zur Geschlechtsumwandlung transsexueller Menschen, doch bereits seit 2007 werden solche Eingriffe in Kuba durchgeführt, wie Mariela Castro gegenüber jW berichtete. Mehr als 100 Menschen haben seit 1979 bei den kubanischen Behörden beantragt, als Transsexuelle registriert zu werden.

www.cenesex.sld.cu
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Erschienen in der Ausgabe vom 07.08.2010, Seite 3, Schwerpunkt

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