-
07.08.2010
- → Feuilleton
Aufbau
In der Palästinenser-Stadt Dschenin hat am Donnerstagabend das
unter Beteiligung des deutschen Regisseurs Marcus Vetter renovierte
Kino wieder eröffnet. Das »Cinema Dschenin«
mußte wie alle anderen Kinos im Westjordanland 1987
während der ersten Intifada seinen Betrieb einstellen, nun
wurde er mit einem Filmfestival wieder aufgenommen. Während
der dreitägigen Veranstaltung stehen mehrere Filme zum
Nahostkonflikt auf dem Programm. Danach sollen in dem in den 60er
Jahren im Zentrum Dschenins erbauten Kino – es verfügt
mit 335 Plätzen über den einst größten Saal im
Westjordanland – wieder regelmäßig Filme gezeigt
werden. Dschenin war in den vergangenen Jahren einer der
Brennpunkte des Nahostkonflikts und Schauplatz blutiger
Auseinandersetzungen.
Das Kino wurde in den vergangenen zwei Jahren von einem palästinensisch-internationalen Team wieder aufgebaut. Daran waren auch zahlreiche deutsche Freiwillige beteiligt. Als Teil des Projekts sind eine Filmschule mit Workshops sowie ein Untertitelungsstudio geplant. Die Renovierung des Kinos wurde von mehreren deutschen Unternehmen sowie der Bundesregierung gefördert.
Das Auswärtige Amt unterstützte den von dem deutschen Regisseur Vetter gegründeten Verein »Cinema Dschenin« mit 325000 Euro. Die Idee zum Wiederaufbau des Kinos kam dem Dokumentarfilmer nach der Arbeit an seinem Film »Das Herz von Dschenin«.
Darin erzählt Vetter die Geschichte des Palästinensers Ismail Khatib, dessen elfjähriger Sohn im Jahr 2005 von israelischen Soldaten erschossen wurde. Khatib entschied dennoch, die Organe seines Sohnes an israelische Kinder zu spenden. Nach Abschluß der Dreharbeiten beschlossen Vetter und Khatib gemeinsam, das alte Kino in Dschenin zu renovieren. »Mein Sohn wurde auf der Straße getötet, weil er nirgendwo hingehen konnte«, sagte Khatib. »Ich wollte, daß es in Dschenin einen Ort gibt, an dem sich die Jugendlichen ohne Gefahr aufhalten können.« (AFP/jW)
Das Kino wurde in den vergangenen zwei Jahren von einem palästinensisch-internationalen Team wieder aufgebaut. Daran waren auch zahlreiche deutsche Freiwillige beteiligt. Als Teil des Projekts sind eine Filmschule mit Workshops sowie ein Untertitelungsstudio geplant. Die Renovierung des Kinos wurde von mehreren deutschen Unternehmen sowie der Bundesregierung gefördert.
Anzeige
Das Auswärtige Amt unterstützte den von dem deutschen Regisseur Vetter gegründeten Verein »Cinema Dschenin« mit 325000 Euro. Die Idee zum Wiederaufbau des Kinos kam dem Dokumentarfilmer nach der Arbeit an seinem Film »Das Herz von Dschenin«.
Darin erzählt Vetter die Geschichte des Palästinensers Ismail Khatib, dessen elfjähriger Sohn im Jahr 2005 von israelischen Soldaten erschossen wurde. Khatib entschied dennoch, die Organe seines Sohnes an israelische Kinder zu spenden. Nach Abschluß der Dreharbeiten beschlossen Vetter und Khatib gemeinsam, das alte Kino in Dschenin zu renovieren. »Mein Sohn wurde auf der Straße getötet, weil er nirgendwo hingehen konnte«, sagte Khatib. »Ich wollte, daß es in Dschenin einen Ort gibt, an dem sich die Jugendlichen ohne Gefahr aufhalten können.« (AFP/jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Solidarität jetzt!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
→ mehr aus dem Ressort Feuilleton