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Bayern: Flüchtlinge als Frachtgut

München. Die Regierung von Niederbayern will 80 Flüchtlinge in einer Eilaktion von Landshut in das weit abgelegenene Dorf Schöllnstein im Bayerischen Wald verlegen. Das teilten der Bayerische Flüchtlingsrat und die Initiative »Karawane München« am Mittwoch mit. Bereits am heutigen Donnerstag sollen demnach die Menschen in das 100-Einwohner-Dorf, etwa 30 Kilometer von Deggendorf entfernt, gebracht werden. Die Bewohner hätten Widerstand gegen die Pläne angekündigt, so die Menschenrechtsorganisationen. Die Holzbaracken müßten umgehend geräumt werden, da eine Untersuchung des Bauamts ein historisches Kellergewölbe zu Tage gefördert habe und das Lager deshalb einsturzgefährdet sei. Laut Flüchtlingsrat ist das Gewölbe aber seit Jahren bekannt. Anwohner hätten bereits beim Bau des Lagers die Wahl des Standorts kritisiert. Die Behörden würden mit der Aktion keine Rücksicht auf die Flüchtlinge nahmen, kritisieren dieVereine. »Arbeitsplätze zählen ebensowenig wie die sozialen Beziehungen der Flüchtlinge, die sehr gute Beratung durch das Haus International oder die Traumabehandlung bei der Außenstelle von Refugio München in Landshut«, heißt es in der Erklärung. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 22.07.2010, Seite 4, Inland

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