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Feine Bläschen

In einem Schiffswrack in der Ostsee zwischen Schweden und Finnland haben Taucher den vermutlich ältesten Champagner der Welt entdeckt. Die 30 bestens erhaltenen Flaschen, auf denen allerdings kein Etikett war, könnten aus einer der ersten Lieferungen der Sorte Veuve Clicquot stammen, die der Hersteller Moët & Chandon in den 80er Jahren des 18. Jahrhunderts getätigt hat. Die Taucher fanden die Flaschen nahe den finnischen Aland-Inseln. »Laut unseren Archiven stammt die Flasche aus den 1780er Jahren», sagte der Leiter der Tauchmission, Christian Ekström. Sollte sich das Alter bestätigen, wäre damit der Weltrekord des ältesten trinkbaren Champagners gebrochen. Bislang hält eine Flasche Perrier Jouët aus dem Jahr 1825 den Rekord. Da der Champagner im Wasser bestens gekühlt wurde, schmeckte er trotz seines hohen Alters gut, wie die Alander Önologin Ella Grüssner Cromwell-Morgan feststellte. »Der Wein ist absolut wunderbar«, sagte sie. »Er hat noch hübsche und feine Bläschen.« Der Weinexpertin zufolge handelt es sich bei dem Fund vermutlich um eine Lieferung des französischen Königs Ludwig XVI. an den russischen Zaren, die jedoch nie ihr Ziel erreichte. Sie schätzte den Wert auf mindestens 53000 Euro pro Flasche.

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 19.07.2010, Seite 13, Feuilleton

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